2022

AMINA HANDKE UND LOJANG SOENARIO
Trying to Remember to Forget 1978 / 1998 / 2001 / 2022 / ...

 

Amina Handke, Trying to Remember to Forget, Videostill, 1998/2001

 

Mittwoch, 20. April 2022, ab 18:30, Beginn 19:00 (pünktlich)
Blickle Raum Spiegelgasse

 

In ihrer Videoarbeit „Trying to Remember to Forget“ (1998 / 2001), die auch im Blickle Video Archiv vertreten ist, verbindet Amina Handke eine Tonbandaufnahme aus dem Jahr 1978 mit unscharfen Fotoausschnitten. Auf dem Band interviewen sich zwei neunjährige Freundinnen gegenseitig: Lojang Soenario und die Künstlerin. Auch andere Aufnahmen sind darauf zu finden, beispielsweise der Ton des Films „Moderne Zeiten“ (­Charlie Chaplin) und Kommentare der Kinder beim Zusehen – damals noch ausschließlich als TV-Ausstrahlung möglich. Und das gemeinsame Nachsingen eines Lieds aus dem Film. Das Foto ist das einzige aus dieser Zeit, das beide Mädchen gemeinsam zeigt.

2001 hat Lojang Soenario die englischen Untertitel zum Video beigetragen, womit die Zusammenarbeit allerdings noch nicht beendet war: 2022 setzt sie das Interview von 1978 mit Amina Handke im Blickle Raum und IRL fort, inklusive Richtigstellungen und Ergänzungen. Noch Fragen?

A tape from childhood on which two friends – Amina Handke and Lojang Soenario – interview each other and a photograph showing the two are the material for Amina Handke’s video from 1998 / 2001 which is also part of the Blickle Video Archive. Both friends will be present in Blickle Raum 2022 and continue their conversation from 1978!
(Video with English subtitles, conversation in German)

 

Blickle Raum Spiegelgasse, Spiegelgasse 2, DG, 1010 Wien

Kontakt: blickle-raum-spiegelgasse@aon.at

www.amina.at

 

 

AMINA HANDKE. 25 DPH
129.184 drawings, durational performance

9./13.3.2022, 12:00-18:00
A Cooperation with Tricky Women / Tricky Realities Festival 2022

 

Amina Handke, 25 DPH, 2016

Amina Handke invites the festival’s Artists in Residence to cooperate as live “guest drawers” for her durational performance project 25DPH. In return, she will work on a project of their choice.

Featuring / Schedule:

Wed 9.3.

12:00 - 14:00 Marta Pajek (PL)

14:00 - 16:00 Camila Kater (BR)

16:00 - 18:00 Héloïse Ferlay (FR)

Sun 13.3.

12:00 - 14:00 Yuliya Lanina (USA)

14:00 - 16:00 Donna Dodson (USA)

16:00 - 18:00 Emilce Avalos (AR)

25DPH is a copy / remake of „Chronik der laufenden Ereignisse“ (1971), a film by Peter Handke, as drawings of single film frames – 129.184 in total. The process of drawing as durational performance as never ending process of copying and archiving the ephemeral.

Contact: blickle-raum-spiegelgasse@aon.at

www.amina.at

 

 

2021

AMINA HANDKE. 25 DPH
129.184 Zeichnungen, Work in Progress

18. - 20. November 2021, 16 bis 19 Uhr
Langzeit-Performance
im Rahmen der Vienna Art Week 2021

 

Amina Handke, 25 DPH, 2016

Langzeit-Performance: Donnerstag, 18. bis Samstag, 20.11.2021, jeweils 16 bis 19 Uhr

und

Midissage am Freitag, 19.11.2021, 19 Uhr  
im Blickle Raum Spiegelgasse,
mit Anmeldung unter: blickle-raum-spiegelgasse@aon.at

Jedes Einzelbild des TV-Films Chronik der laufenden Ereignisse (Peter Handke, 1971) wird von der Tochter des Filmemachers abgezeichnet. 129.184 Bilder. Bei 25 Zeichnungen pro Stunde – daher auch der Projekttitel (25 Drawings per Hour, analog zum Bewegtbildmass 25 Frames per Second) – ergibt das etwa 646 Arbeitstage.
Ein Teil dieses Langzeitprojekts, das auch niemals abgeschlossen sein könnte, ist als Performance vor Publikum konzipiert. Schauen Sie im Rahmen der Vienna Art Week Amina Handke live im Blickle Raum Spiegelgasse beim Langzeit-Zeichnen über die Schulter.

25DPH beschäftigt sich mit dem Kopieren als Übersetzungs- und Schaffensvorgang, dem Aufwand der Übersetzung von einem Medium in das andere, auch mit den Mühen der Auseinandersetzung mit Vergangenem und Erinnerungsprozessen. Daher auch mit Vergänglichkeit (von Medien und Dokumenten), mit zähen Prozessen von Archiv-, Recherche-, Aufbereitungs- und Forschungsarbeit, die selten in den Ergebnissen sicht- oder wahrnehmbar sind. Beispielsweise ist der vom WDR produzierte Film aus technischen und rechtlichen Gründen schwer zugänglich.

Die Frage nach der Definition kollektiver oder geteilter Autorschaft, die Amina Handke bereits seit vielen Jahren beschäftigt, stellt sich in diesem Zusammenhang insbesondere im Kontext biografischer Prägungen, Vorgaben und Beeinflussungen und ihrer Auswirkungen auf berufliche Entscheidungen und Werdegänge. Handkes Mutter spielt übrigens auch eine Rolle im Film, der im Jahr ihrer Geburt geschrieben wurde.

Durch den sichtbaren Arbeitsprozess wird der damit einhergehende Aufwand deutlich: Das Einrichten der Arbeitssituation; die Zeit, die notwendig ist, um eine Sekunde Film abzuzeichnen – ca. eine Stunde für 25 Zeichnungen –, das regelmässige Spitzen des Bleistifts, die Menge der dafür notwendigen Papierbögen.

ZUM FILM
Der Film ist als "Allegorie auf das Leben in der Bundesrepublik 1969 oder den vorangegangenen Jahren" gedacht und könnte als subjektiver, eventuell auch autobiografischer Kommentar gelesen werden: "So sagte ich also, dss ich gern einen Fernsehfilm schreiben würde. Er sollte vom Fernsehen und meinem Fernsehen handeln, es aber nicht abhandeln. Freilich war es aber auch nicht so, dass ich dann, als ich im Lauf des Jahres 1969 fast jeden Abend und manchmal auch am Nachmittag fernsah und mitschrieb, nichts anderes wollte als einfach fernsehen und irgendwelche Freude an Bildern haben: dazu gab es, abgesehen davon, daß mir schon der Vorgang des Fernsehens mit der Zeit bedrückend wurde, viel zu viele Bilder und Bilderfolgen, die mich ängstigten und erschreckten –, und weil sie sonst niemandem aufzufallen schienen, war es selbstverständlich, dass ich sie wie aus dem unendlichen Lauf der Bilder, die jedes Gefühl außer einer masochistischen Bilderlust einzuebnen drohten, herausnehmen und durch Neubeschreibung gegenläufig machen wollte. Einen Fernsehfilm ohne jene Schreckgespenster und Schreckbilder zu schreiben, die dem Film bei der Sendung vorausgehen und ihm folgen würden, war mir unmöglich."

(Peter Handke, aus dem Nachwort zu "Chronik der laufenden Ereignisse")

www.amina.at

 

2020

AMINA HANDKE
Die Künstlerin ist möglicherweise anwesend.

November 2020
Im Rahmen der Vienna Art Week

 

Amina Handke, 2020

Amina Handke live aus dem Blickle Raum Spiegelgasse
Mittwoch, 18. November und Donnerstag, 19. November 2020
jeweils 14 bis 18 Uhr
Streaming-Links:
18.11., 14-18 Uhr
19.11., 14-18 Uhr

Amina Handke hat sich im Rahmen der Vienna Art Week für eine Live-Videoübertragung aus dem Blickle Raum Spiegelgasse entschieden – die Übertragung war auf Einladung der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien in das Palais Lobkowitz geplant. Aufgrund der aktuellen Pandemiemaßnahmen können Sie nun per Multicam-Surround-4D-Live-Stream der Künstlerin über die Schulter schauen.

In diesem Ausnahmejahr nutzt Amina Handke den Blickle Raum Spiegelgasse als Drehort und Studio für die filmische Bearbeitung des Theaterstücks "Kaspar" (Peter Handke, 1967), in dem ihre Mutter Libgart Schwarz die Titelrolle übernimmt.
Wagen Sie einen Blick durchs Online-Schlüsselloch. Aber Achtung: „Die Künstlerin ist möglicherweise anwesend.“

www.amina.at

Das Programm im Rahmen der Vienna Art Week ist eine Kooperation mit der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien.

 

2019

 

Ab Mai 2019
Rauminstallation

Kabuff
von Manuel Gorkiewicz

 

Der Blickle Raum verschwindet hinter Markisen und Papierkaskaden und der White Cube bekommt eine zweite papierene Haut. Die Installation legt sich im Inneren an die Architektur an und lässt mit reduzierten Mitteln einen Raum im Raum entstehen. Materialien, die wir in unserem Alltag aus dem Fundus der Party- und Festdekoration kennen, hängen von der Decke, verhüllen, geben frei und formen neue temporäre Wände. Dabei wogen sie nicht in barocker Üppigkeit und karnevalesker Fülle, sondern lehnen sich an die modernistische Formensprache an.
1895 konstruierte Otto Wagner die Glasfassade im Erdgeschoss des Ankerhauses in Form einer Curtain Wall und bediente sich der zur damaligen Zeit neuesten bautechnologischen Konstruktionsweise. Diese Vorhangfassade steht dabei wie eine leichte äußere Hülle vor den eigentlich tragenden Bauteilen. Kabuff ist analog dazu eine innere Hülle, ein Raumkokon, der, ohne Rücksicht auf das Tragen von Lasten nehmen zu müssen, architektonische Aufgaben übernimmt.
Der Präsentationsort ist Teil des Kunstwerks, Betrachter_in und Raum sind miteinander verwoben, die Grenzen aufgehoben. Als Rauminszenierung ist Kabuff gleichzeitig Ort und Arena für poetische und szenische Intervention.

Manuel Gorkiewicz
Der 1976 in Graz geborene Künstler lebt und arbeitet in Wien.
Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, etwa im mumok, Wien, den KWKunstwerken, Berlin,
der Neuen Galerie Graz, der Kestnergesellschaft Hannover, dem London Design Museum und der Secession Wien.
 

Einladung 2019-05-03 (pdf) Eröffnung Kabuff

 

 

Im Kabuff 2019

 

Manuel Gorkiewicz ist als Künstler 2019 eingeladen, den Blickle Raum zu nutzen. Gemeinsam mit Tina Schelle programmiert er im Laufe des Jahres folgende Veranstaltungen in seinem Setting Kabuff:

VIDEO KABUFF

Eröffnung im Rahmen der VIENNA ART WEEK:
Dienstag, 19. November 2019, 19 Uhr
20. November bis 10. Dezember 2019

Der Künstler Manuel Gorkiewicz und Tina Schelle organisieren Filme aus dem Ursula Blickle Video Archiv in, durch und mit papierenen Kaskaden.
Ein installatives Screening im Blickle Raum Spiegelgasse.

Hinter der Fassade des Ankerhauses, 1894/95 von Otto Wagner im Stil des Historismus gebaut, verbirgt sich innovative Bautechnologie. Diese damals neuen Methoden ermöglichten eine Architektur, die als moderne Hochhausästhetik die Metropolen prägte.
Hundert Jahre später ist es die leicht zur Verfügung stehende Technik des Videos, die eine neue Formensprache des Films zulässt und in den 1990er und frühen 2000er Jahren dem Medium zu einem Boom verhalf.
Die Ausstellung Video Kabuff  verknüpft zeitliche Stränge und künstlerische Positionen, verbindet Blickle Raum und Ursula Blickle Video Archiv. In die bestehende Struktur der künstlerischen Installation Kabuff von Manuel Gorkiewicz werden ausgewählte Videoarbeiten aus dem Archiv integriert, und so arrangiert, dass sie mit der Installation und dem Gebäude in einen transhistorischen Dialog treten.

Kerstin Cmelka, Manuel Gorkiewicz, Marlene Haring, Heidrun Holzfeind, Anna Jermolaeva, Peter Kogler, Christian Kosmas Mayer, Flora Neuwirth, Michaela Schwentner

 

Einladung 2019-05-03 (pdf) Kabuff mit Kerstin Cmelka

Einladung 2019-07-25 (pdf) Kabuff mit Jorge Sanchez