In den Sternen wohnst Du jetzt
Und ich hätte Dich anschaun können
Stundenlang und wagte es nicht
Ich hätte Deine Seele nicht gesehn dabei
Noch weniger Dein Herz

Maria Lassnig

 

Die Ursula Blickle Stiftung trauert in dankbarer Erinnerung um
Rainer Blickle, der am 6. März 2021 in São Paulo verstorben ist.

Tief betroffen verabschieden wir uns von einem außergewöhnlichen Menschen, der in seinem doch zu kurzen Leben Großes geleistet hat: Rainer Blickle wurde am 16. Juli 1947 in Heidelberg geboren und wuchs in Bruchsal auf, dem Hauptsitz der Süddeutschen Elektromotorenwerke. Er studierte Architektur und Maschinenbau. 1975 ging er für SEW-EURODRIVE nach Brasilien und begann mit dem Aufbau des Fertigungswerks von SEW do Brasil in Guarulhos S.P. Nach dem Tod seines Vaters Ernst Blickle kehrte er 1987 nach Deutschland zurück und übernahm die Verantwortung in der Geschäftsleitung der SEW-Gruppe als Geschäftsführender Gesellschafter bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2013.

Rainer Blickle war Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland, Vizepräsident der IHK Karlsruhe, Mitglied im Vorstand des Zentralverbands der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ZVEI e.V. Frankfurt am Main, Mitglied des Vorstands der Südwestmetall Baden-Württemberg, Vorsitzender des Vorstands von Südwestmetall – Bezirksgruppe Karlsruhe, Vorsitzender des Vorstands der SEW-EURODRIVE-Stiftung. Darüberhinaus war Rainer Blickle in vielen sozialen und kulturellen Institutionen engagiert. Gesellschaftliches, karitatives Engagement und insbesondere die Förderung junger Menschen waren Ihm eine Herzangelegenheit; so initiierte er die Bruchsaler Bildungsstiftung, welche die Bildung im schulischen Bereich, sowie von Wissenschaft und Forschung fördert.

Seit über 40 Jahren an seiner Seite, begleitete und unterstützte ihn seine Ehefrau Ursula Blickle – in Deutschland, Brasilien oder auch in Wien. Gemeinsam gründeten sie 1991 die Ursula Blickle Stiftung zur Förderung von nationaler und internationaler zeitgenössischer Kunst, in der er bis zuletzt als Vizepräsident der Stiftung unverzichtbar war. Geleitet von diesem Gedanken hat die Stiftung maßgeblich dazu beigetragen junge Künstlerinnen und Künstler zu fördern.

Wir werden ihn schmerzlich vermissen, denn wir haben nicht nur eine außerordentliche Persönlichkeit verloren, sondern vor allem einen großherzigen Menschen, der sich Zeit seines Lebens für eine bessere und gerechtere Welt eingesetzt hat. Wir sind Ihm zu großem Dank verpflichtet.

​​​​​​​In tiefer Trauer

Ursula Blickle


Nicolaus Schafhausen
Claudia Bauer
Stephan Maria Krass
Claudia Slanar
Sebastian Winkler

 

 

 

2020

AMINA HANDKE
Die Künstlerin ist möglicherweise anwesend.

November 2020
Im Rahmen der Vienna Art Week

 

Amina Handke, 2020

Amina Handke live aus dem Blickle Raum Spiegelgasse
Mittwoch, 18. November und Donnerstag, 19. November 2020
jeweils 14 bis 18 Uhr
Streaming-Links:
18.11., 14-18 Uhr
19.11., 14-18 Uhr

Amina Handke hat sich im Rahmen der Vienna Art Week für eine Live-Videoübertragung aus dem Blickle Raum Spiegelgasse entschieden – die Übertragung war auf Einladung der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien in das Palais Lobkowitz geplant. Aufgrund der aktuellen Pandemiemaßnahmen können Sie nun per Multicam-Surround-4D-Live-Stream der Künstlerin über die Schulter schauen.

In diesem Ausnahmejahr nutzt Amina Handke den Blickle Raum Spiegelgasse als Drehort und Studio für die filmische Bearbeitung des Theaterstücks "Kaspar" (Peter Handke, 1967), in dem ihre Mutter Libgart Schwarz die Titelrolle übernimmt.
Wagen Sie einen Blick durchs Online-Schlüsselloch. Aber Achtung: „Die Künstlerin ist möglicherweise anwesend.“

www.amina.at

Das Programm im Rahmen der Vienna Art Week ist eine Kooperation mit der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien.

 

2019

 

Ab Mai 2019
Rauminstallation

Kabuff
von Manuel Gorkiewicz

 

Der Blickle Raum verschwindet hinter Markisen und Papierkaskaden und der White Cube bekommt eine zweite papierene Haut. Die Installation legt sich im Inneren an die Architektur an und lässt mit reduzierten Mitteln einen Raum im Raum entstehen. Materialien, die wir in unserem Alltag aus dem Fundus der Party- und Festdekoration kennen, hängen von der Decke, verhüllen, geben frei und formen neue temporäre Wände. Dabei wogen sie nicht in barocker Üppigkeit und karnevalesker Fülle, sondern lehnen sich an die modernistische Formensprache an.
1895 konstruierte Otto Wagner die Glasfassade im Erdgeschoss des Ankerhauses in Form einer Curtain Wall und bediente sich der zur damaligen Zeit neuesten bautechnologischen Konstruktionsweise. Diese Vorhangfassade steht dabei wie eine leichte äußere Hülle vor den eigentlich tragenden Bauteilen. Kabuff ist analog dazu eine innere Hülle, ein Raumkokon, der, ohne Rücksicht auf das Tragen von Lasten nehmen zu müssen, architektonische Aufgaben übernimmt.
Der Präsentationsort ist Teil des Kunstwerks, Betrachter_in und Raum sind miteinander verwoben, die Grenzen aufgehoben. Als Rauminszenierung ist Kabuff gleichzeitig Ort und Arena für poetische und szenische Intervention.

Manuel Gorkiewicz
Der 1976 in Graz geborene Künstler lebt und arbeitet in Wien.
Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, etwa im mumok, Wien, den KWKunstwerken, Berlin,
der Neuen Galerie Graz, der Kestnergesellschaft Hannover, dem London Design Museum und der Secession Wien.
 

Einladung 2019-05-03 (pdf) Eröffnung Kabuff

 

 

Im Kabuff 2019

 

Manuel Gorkiewicz ist als Künstler 2019 eingeladen, den Blickle Raum zu nutzen. Gemeinsam mit Tina Schelle programmiert er im Laufe des Jahres folgende Veranstaltungen in seinem Setting Kabuff:

VIDEO KABUFF

Eröffnung im Rahmen der VIENNA ART WEEK:
Dienstag, 19. November 2019, 19 Uhr
20. November bis 10. Dezember 2019

Der Künstler Manuel Gorkiewicz und Tina Schelle organisieren Filme aus dem Ursula Blickle Video Archiv in, durch und mit papierenen Kaskaden.
Ein installatives Screening im Blickle Raum Spiegelgasse.

Hinter der Fassade des Ankerhauses, 1894/95 von Otto Wagner im Stil des Historismus gebaut, verbirgt sich innovative Bautechnologie. Diese damals neuen Methoden ermöglichten eine Architektur, die als moderne Hochhausästhetik die Metropolen prägte.
Hundert Jahre später ist es die leicht zur Verfügung stehende Technik des Videos, die eine neue Formensprache des Films zulässt und in den 1990er und frühen 2000er Jahren dem Medium zu einem Boom verhalf.
Die Ausstellung Video Kabuff  verknüpft zeitliche Stränge und künstlerische Positionen, verbindet Blickle Raum und Ursula Blickle Video Archiv. In die bestehende Struktur der künstlerischen Installation Kabuff von Manuel Gorkiewicz werden ausgewählte Videoarbeiten aus dem Archiv integriert, und so arrangiert, dass sie mit der Installation und dem Gebäude in einen transhistorischen Dialog treten.

Kerstin Cmelka, Manuel Gorkiewicz, Marlene Haring, Heidrun Holzfeind, Anna Jermolaeva, Peter Kogler, Christian Kosmas Mayer, Flora Neuwirth, Michaela Schwentner

 

Einladung 2019-05-03 (pdf) Kabuff mit Kerstin Cmelka

Einladung 2019-07-25 (pdf) Kabuff mit Jorge Sanchez